16. Mai 2011

Balkon-Einweihung

Es ist soweit. Das aller erste Mal habe ich soeben hinter mir. Kaum zu glauben. Schon seit (19.) Juli 2010 wohnen wir hier in Berlin, besitzen einen riesigen Balkon und haben noch kein einziges Mal so wirklich bewusst Zeit mit ihm verbracht. Sofern wir mal vom ersten, äußerst provisorischen Frühstück absehen. Denn das ging, aufgrund des frischen Einzugs in die Wohnung, nur mit nicht wirklich bequemen Kissen vonstatten, welche einfach auf den kahlen, noch schmutzigen Bodenbrettern gelegt wurden. Mit Bäckerzeugs sowie Kaffee von selbigem versuchten wir uns irgendwie wohl zu fühlen. Funktioniert hat das nicht wirklich. Schon alleine wegen des Heimwehs. Der erste Monat war besonders schlimm. Ich habe einfach alles vermisst. Meine Familie, meine Freunde, meine Tiere. Meinem Freund fiel die Umstellung wesentlich leichter. Dafür bewundere ich ihn heute noch.
Wir haben uns mittlerweile zwar schon wirklich gut eingelebt, hier in Berlin, aber ist es manchmal trotzdem noch schwer und anstrengend. Damals entschieden wir uns ganz egoistisch, aus dem 615km entfernten Viernheim (bei Mannheim, Bülent Ceylan/Söhne Mannheims und so; Frau Katzenberger kommt übrigens aus dem angrenzenden Ludwigshafen, falls es jemanden interessieren sollte) ins wesentlich aufregendere Berlin zu ziehen. Ohne Job. Ohne Geld. Relativ spontan. Vor allem aber sehr überstürzt. Man, war das ein Chaos. Eigentlich ist es nach wie vor chaotisch. Aber charmant-chaotisch und äußerst fulminant. Zu dem Thema gibt's auch noch jede Menge zu erzählen. Abwarten lautet jedoch erstmal die Devise.

Glücklicherweise hat sich seit dem fürchterlich-armseligen ersten Balkon-Frühstück Vieles geändert. Bäcker-Backschmuddelkram kommt mir beispielsweise gar nicht mehr ins Haus. Ich mache lieber alles mit meinen eigenen wuseligen Händchen. Brot und Kuchen natürlich und Kekse sowieso. Und alles was an lecker-schmackofatzigem Gebäck sonst noch so anfällt. Gekocht wird bei uns selbstverständlich auch. Ebenfalls alles, alles außer Fleisch. Nicht nur, dass ich dadurch viel bewusster und verantwortungsvoller mit den einzelnen Bestandteilen und den Lebensmitteln selbst umgehe, es gibt uns einfach ein gutes Gefühl. Ich kann selbst bestimmen was bei uns auf den Teller kommt. Oder in die Brotbox. Wissen wo meine Nahrung herkommt, wie sie verarbeit und behandelt werden muss. Das erfüllt mich. Das erfüllt uns.

Nunja, kommen wir mal zurück auf mein samstägiges Erlebnis. Denn wie bereits angedeutet, habe ich mein Mittagsmahl auf dem Balkon absolviert. Klingt auf den ersten Blick vielleicht nicht ganz so spektakulär wie angedeutet, doch gewiss war es das tatsächlich! Stellt euch doch mal vor: Erste Wohnung, knapp ein dreiviertel Jahr bezogen, Wohnung + Balkon werden immer schöner und gemütlicher und dann, BAM, das aller aller erste richtig-super-duftige Speisen im heimischen, stets grüner sowie bunter werdenden Mini-Paradies. Ich find's toll. Einzigartig.
Während ich dieses zauberhafte Erlebnis erfahren durfte, musste sich meine bessere Hälfte mit Briefen herumschlagen. Dafür habe ich ihm etwas von diesem extrem befriedigendem Festessen übrig gelassen, damit ich dem werten Herr nach Feierabend auch ein königliches Mahl unter freiem Himmel gewähren konnte.

Das Futter selbst bestand aus leckerem (noch nicht ganz zufriedenstellendem) selbstgebackenem Vollkorn-Sandwichbrot und Tomaten-Schafskäse-Salat mit Joghurt-Dressing. Auf einem ganz neuen, erst am Mittwoch gekauften Tisch, mit bonbonfarbenen Lämpchen, bunten Blumen und tapsigen Katzen im Blickfeld genoss ich den Moment. Die eben erwähnten Katerchen kämpften derweil mit den noch willkürlich platzierten Tomatenpflänzchen und meinten Vögel nur per Augenkontakt töten zu können.
Man, war das schön, anders, beruhigend und irgendwie auch aufregend. Wie Alles hier. Mal sehen wie es weitergeht...

Einen schönen Montag und einen hoffentlich nicht ganz so schwierigen Start in die neue Woche wünsche ich!




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